Geschichte

Gründung

Säulenkapitelle (c) Gommel
Säulenkapitelle

Die Kirche St. Maria und St. Georg zu Thalbürgel gehört zu den bedeutendsten romanischen Sakralbauten Thüringens. Sie ist Zeugin eines einstigen Benediktinerklosters, welches Markgraf Heinrich von Groitzsch stiftete. Am 13. Februar 1133 hatte Bischof Udo von Naumburg die Gründung dieses Klosters genehmigt. Mönche aus Paulinzella und aus Hirsau errichteten die Pfeilerbasilika unter dem Einfluß der Hirsauer Klosterreform. Herausragend sind das Portal und der als Fundament sichtbare Staffelchor.

Die rahmenden Inschriften unterstreichen den Sinngehalt des Portals: über der Pforte - »Den in der Taufe Gewaschenen ist dies die Pforte des Heils« und unter den Bögen »Der Himmelspforte vorgelagert ist für den Gläubigen diese Pforte dieses Kirchenportal«.

Die Zeit der Reformation

Ludwig Puttrich, Die Ruinen der Ostpartie (1847)
Ludwig Puttrich - Die Ruinen der Ostpartie

Infolge der Reformation 1526 wurde das Kloster aufgelöst und somit dem Verfall preisgegeben.
Unter dem Einfluß Philipp Melanchtons und dessen Visitationen (Begutachtung des geistlichen Lebens) vor Ort wurden die Reste der Klosterkirche für die neu entstandene dörfliche Gemeinde als evangelisches Gotteshaus wieder nutzbar gemacht und damit erhalten. Die weiteren ehemaligen Klostergebäude dienten fortan dem landwirtschaftliche Gut Thalbürgel und wurden je nach Nutzung baulich verändert und auch abgetragen.

Wiederentdeckung der Klosterkirche im 19. Jahrhundert

Zeichnung des Klosters Thalbürgel
Zeichnung des Klosters Thalbürgel

Im 19. Jahrhundert wurde die Bedeutung der Klosterkirche erkannt und ihre Sicherung und teilweise Rekonstruktion veranlasst. 1863 konnten die Seitenschiffe neu errichtet und die Vorkirche und die Mönchskirche mit dem noch vorhandenen und heute sehr symbolträchtigen Vierungsbogen und den ruinösen Teilen der Mönchskirche gesichert und ergänzt werden. Hofbaurat Spittel war dabei persönlich auch mit der Innenraumgestaltung betraut worden. 1889 wurden mit finanzieller Unterstützung der Fürstin Maria Pawlowna die Holzdecke und die Dachkonstruktion des Langhauses erneuert.

20. Jahrhundert bis Heute

Dachsanierung und Steinsicherungsarbeiten im Mai 2011
Dachsanierung der Klosterkirche, Mai 2011

1964 bis 1972 erstand die Klosterkirche als Teil einer romanischen Basilika wieder. Dazu waren die im 19. Jahrhundert eingebrachten Bänke, Kanzel, Taufstein und Altar wieder herausgebracht worden. Diesem historisierenden Elan ist leider die barocke Orgel von 1748 zum Opfer gefallen. Die Klosterkirche benötigt dringend eine dem Raum und ihrer musikalischen Nutzung angemessene neue Orgel.

Die Klosterkirche ist Eigentum der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Bürgel. Das Wechselspiel zwischen Raum, Ruhe und Licht trägt zu einer besonderen andachtsvollen Atmosphäre bei. Seit Jahrzehnten bemühen sich die Mitglieder der Kirchgemeinde und viele Freunde und Förderer darum, den Besuchern ein einmaliges kulturelles und geistliches Erlebnis zu bereiten.

Wir wollen durch Verkündigung, Musik, bildende Kunst und herzliche Begegnung einen Bogen spannen zwischen gestern und heute. Einladend möchte das benediktinische Ora et labora, bete und arbeite, uns leiten und die Besucher stärken und mit Segen erfüllen.